Unsere Empfehlung:

Das Leuchten der Mondfische

MATTHIAS HÜBENER

Was mit Turbulenzen im Luftraum über Ostpolynesien beginnt, entwickelt schnell einen unheimlichen Sog, der tief abtaucht in die wechselvollen Strudel der Geschichte der Marquesas. Diese Vulkan-Inselkette im Südpazifik ist der Schauplatz, auf dem Matthias Hübener seine Geschichte von der Sehnsucht nach Unsterblichkeit und Liebe angesiedelt hat. Die Protagonisten sind ein ungleiches Brüderpaar aus Frankreich, von dem der Jüngere, der Meeresbiologe Clément, auf der marquesischen Hauptinsel Nuku Hiva strandet und in einen Kriminalfall verwickelt wird. Sein Bruder Thierry forscht mit seinem Pariser Unternehmen zum Thema Longevity. Ebenso raffiniert wie unterhaltsam entwickelt Hübener einen weitverzweigten Spannungsbogen von vielschichtig erzählter Kulturgeschichte über eine jahrhundertealte Familiensage bis in die Gegenwart, in der ein mafiös organisierter Diebstahl in essenzielle Fragen zu Leben und Tod mündet. Neben den französischen Brüdern sind es vor allem die Menschen auf Nuku Hiva, allen voran die geheimnisumwobene Mareva, der Polizeichef Tao und der Puppenspieler Motu, die von einer unheimlich faszinierenden Welt erzählen, die jenseits unseres eurozentrierten Horizonts liegt. (Tina Schraml)

Äquatorkind, 560 Seiten, 28 Euro

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